Die Digital Humanities stehen in einem konstanten Zwiespalt. Sie bewegen sich zwischen der Verwendung modernster computergestützter Analysemethoden und jahrhunderte-, teils jahrtausendealten Untersuchungsmaterialien in verschiedenen medialen Konkretionen, die für eine Analyse erst ins Digitale übertragen werden müssen.
Gabriele Gramelsberger: Save the Code! Wie lässt sich historische Software erforschen? – Ein Werkstattbericht
Die Entwicklung und Einführung von Computern und Software hat „die Wissenschaft in allen Phasen ihres wissenschaftlichen Prozesses transformiert – von der Festlegung der Forschungsagenda und der Durchführung von Experimenten bis hin zur Kommunikation und Bewertung von Forschungsergebnissen“ (OECD 2020). Die Digitalisierung hat nicht nur die Prozesse und Praktiken des Forschens transformiert, sondern gänzlich neue Erkenntnismöglichkeiten wie Computersimulationen und maschinelles Lernen geschaffen.
Claus-Michael Schlesinger, Britta Woldering: Tweets archivieren. Initiative, Umsetzung, Ausblick
Die Tweets des Kurznachrichtendienstes Twitter sind eine wichtige Forschungsquelle für zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen und sind Teil des digitalen Kulturerbes. Mit der Übernahme des Unternehmens durch ein Investorenkonsortium 2022 ist die Plattform in Turbulenzen geraten und wird seitdem an zentralen Punkten umstrukturiert. Aufgrund dieser Faktoren und der damit verbundenen Unsicherheit bezüglich des wissenschaftlichen Zugriffs wurde es als dringend notwendig erachtet, einen Teil der Aufzeichnungen für kulturhistorische und archivarische Zwecke zu sichern.
„Claus-Michael Schlesinger, Britta Woldering: Tweets archivieren. Initiative, Umsetzung, Ausblick“ weiterlesenAnton W. Hüffer / Hagen Rädisch / Marthe Küster: Digitale Langzeitarchivierung
Wie können wir sicherstellen, dass das digitale Kulturerbe langfristig gesichert und verfügbar gemacht wird? Im Rahmen des Wochenthemas „Digitale Langzeitarchivierung“ des Seminars „Digitalisierung historischer Schriftquellen in der Praxis – Hinter den Kulissen der Staatsbibliothek zu Berlin“ präsentierte Doris Škarić, die seit 2019 an der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB) tätig ist, ihren Aufgabenbereich „Langzeitverfügbarkeit digitaler Objekte“. Dabei betonte sie, dass das Augenmerk der SBB – anders als in Archiven – vor allem auf der nachhaltigen und langfristigen Bereitstellung und weniger auf dem Archivierungsgedanken als solchem liege.
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